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Ratgeber Neurodermitis

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Neurodermitis
Die Heilkraft vom Toten Meer in Zahlen, Daten und Fakten

Es ist kein Wunder, dass jährlich Millionen von Besuchern das Tote Meer für die Behandlung ihrer Hautkrankheiten aufsuchen und dort im Wasser baden, sich mit dem Mineralschlamm vom Toten Meer einreiben und ausgiebige Sonnenbäder genießen.

Hier erfahren Sie mehr über die Zusammensetzung und die geographischen Besonderheiten vom Toten Meer und warum diese Bedingungen ideal sind für die Heilung von Hautkrankheiten.

Totes Meer – Wissenschaftliche Grundlagen

Die heilsamen Wirkungen des Toten Meers bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte) sind schon seit vielen Jahren, ja sogar seit Jahrtausenden bekannt. Diese Heilwirkungen liegen darin begründet, dass „glückliche Umstände“ zusammenkommen, die in dieser Form und Kombination weltweit einzigartig sind.

• Der Wasserspiegel des Toten Meers liegt ca 420 m unter dem Meeresspiegel.
• Das Wasser des Toten Meers hat keinen Abfluss und verdunstet komplett.
• Wegen der Lage (420m unter dem Meeresspiegel) ist der Luftdruck um 5% höher und die Sonnenstrahlen müssen einen weiteren Weg zurücklegen.

Das klingt zunächst einmal noch relativ unspektakulär. Die geographischen Eigenheiten des Gebietes um das Tote Meer und den See selbst haben jedoch Konsequenzen für alle Lebewesen, die sich in diesem Umfeld aufhalten.

So ist der Mineraliengehalt aufgrund des fehlenden Abflusses extrem hoch, wie in keinem anderen See der Welt und in dieser Zusammensetzung einzigartig. Weil diese Mineralien in natürlich gebundener Form vorliegen, sind diese zusätzlich auch noch besonders gut bioverfügbar – können also vom Körper hervorragend aufgenommen werden.

Das Kuriose dabei ist, dass der Mineraliengehalt des Toten Meers hygroskopisch ist (wasseranziehend) und damit eine völlige Austrocknung des Toten Meers natürlich verhindert wird. Entgegen der Begrifflichkeit Totes Meer ist dieser See gar nicht wirklich tot, denn es gibt eine Vielzahl von Mikroorganismen, die sogar hier in der Lage sind, sich einen Lebensraum zu erobern.

Ein Überblick über die Mineralienzusammensetzung des Toten Meers (Quelle: Wiki.):

Natriumchlorid: 30,4%
Magnesiumchlorid: 50,8%
Calciumchlorid: 14,4%
Kaliumchlorid: 4,4%
Bromid + Spurenelemente teilen sich den Rest

Die stoffliche Zusammensetzung des Salzes vom Toten Meer (Quelle: www.chemie.de):

KATIONEN     mg / kg Totes Meersalz        mg / kg Meersalz
Kalium               128.000                                 11.100
Magnesium       88.000                                  36.800
Natrium             20.000                                  306.200
Calcium                    630                                  11.800
Eisen                           34                                       0
Strontium                    8                                    200
Ammonium            < 10                                      0
Mangan                   < 5                                        0
ANIONEN
Chlorid                410.000                                550.700
Bromid                    3.240                                 1.900
Sulfat                           250                                 77.200
Hydrogencarbonat      17                                 4.000
Carbonat                       16                                     0
Hydrogenphosphat < 20                                    0
Fluorid                       < 10                                1.000
Kieselsäure                < 10                                    0
Iodid                           < 10                                    0

 

Wie unschwer zu erkennen ist, hat das Salz vom Toten Meer eine für den Menschen wesentlich interessantere/bessere stoffliche Zusammensetzung, als normales Meersalz (ganz zu schweigen von normalem Kochsalz, welches im Normalfall ausschließlich Natriumchlorid liefert).

Vor allem Kalium und Magnesium sind in sehr hoher Dosierung enthalten, was für den menschlichen Organismus besonders wertvoll ist. Auch Bromid ist in relevanter Menge enthalten und spielt im Stoffwechsel eine Rolle bei der Kollagensynthese; außerdem wirkt es beruhigend und entkrampfend.

In der Kombination mit Magnesium im Toten Meer Salz ergibt sich dadurch eine Synergiewirkung, die der geneigte Anwender beim Bad im Toten Meer, der Einreibung mit dem Schlamm vom Toten Meer oder dem Bad in einem mit Totem Meer Salz angereicherten Wasser in Form einer sehr angenehmen Entspannung des ganzen Körpers erfahren kann.

Diese Mineralienmischung hat erfahrungsgemäß eine außerordentlich heilsame Wirkung auf die Haut, bzw. bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Psoriasis.

Die Wirkungen der Mineralien und Spurenelemente vom Toten Meer auf die Haut sind:

• Magnesium: Reduziert im Hautstoffwechsel freie Radikale. Co-Faktor Hautregeneration.
• Kalium: Beschleunigt die Wundheilung. Reguliert die Hautfeuchtigkeit.
• Calcium: Regulation Hautfeuchtigkeit. Reduziert allergische Reaktionen.
• Natrium: Entgiftet und ist ebenfalls an der Regulation der Hautfeuchtigkeit beteiligt.
• Eisen: Reduziert spröde und rissige Haut. Zellstoffwechsel / Sauerstoff.
• Chlorid: Steuert mitunter den Wasserhaushalt im Körper und den Säure-Basen-Haushalt.
• Bromid: Fördert die Regenerationsprozesse in der Haut und wirkt entspannend.
• Sulfat: Ist an der Hautfestigkeit beteiligt.

Weil all diese Mineralien im Toten Meer (Salz) in natürlicher Form in einem Verbund vorliegen bilden sie einen Nährstoff-Synergie-Komplex, den die Haut hervorragend aufnehmen kann und diese wegen der hohen Bioverfügbarkeit optimal verwerten kann.

Neben dem Salz erfreut sich auch der Schlamm vom Toten Meer sehr großer Beliebtheit, wenn es darum geht, Hautkrankheiten zu bekämpfen. Dieser Schlamm vom Toten Meer hat logischerweise einen sehr hohen Gehalt an den Mineralien, die man auch im Salz findet. Allerdings hat der Schlamm vom Toten Meer den großen Vorteil, dass er hervorragend aufgetragen und so als Schlamm-Maske oder Schlamm-Packung zu Gesundheitszwecken angewendet werden kann.

Die geographische Situation am Toten Meer und die Auswirkungen auf die Haut:

Außerdem sind die Bedingungen am Toten Meer auch aus einem anderen Grund für die Behandlung von Hautkrankheiten ideal. Wie weiter oben bereits erwähnt liegt das Tote Meer um mehr als 400 Meter unter dem „normalen“ Meeresspiegel. Es liegt somit eine größere atmosphärische Dichte vor, als zum Beispiel an der Nordsee und die Sonnenstrahlen müssen einen weiteren Weg zurücklegen. Dazu kommt noch, dass die Verdunstung vom Toten Meer eine entsprechende Dunst-Schicht mit sich bringt, die zusammen mit dem in der Luft vorhandenen Wüstenstaub einen natürlichen UV-Filter bildet. Dieser Natur-UV-Filter über dem Toten Meer absorbiert einen großen Teil der UV-Strahlung und es wurde eine um etwa 30% geringere UVB-Strahlung am Toten Meer gemessen, als an Orten, die 300 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Das bedeutet für den Besucher am Toten Meer, dass die hautschädigenden Eigenschaften der Sonnenstrahlung in diesem Bereich zu einem großen Teil reduziert sind und somit ausgiebigere und gesundheitlich ergiebigere Sonnenbäder genossen werden können.
So profitiert die Haut von den heilsamen Eigenschaften des Sonnenlichts und wird vor den schädlichen Auswirkungen längerer Aufenthalte in der Sonne geschützt. 

Resümee – Das Tote Meer ist der beste Kurort bei Hautkrankheiten:

  • Optimale Versorgung mit Mineralien und Spurenelementen, die hautregenerierend wirken.
  • Hoher Sauerstoffpartialdruck und damit bessere Zeltversorgung mit Sauerstoff.
  • Langer Aufenthalt in der Sonne möglich, ohne die Haut zu schädigen.

 

Wer es sich leisten kann, sollte bei chronischen Hauterkrankungen einen Aufenthalt am Toten Meer in Erwägung ziehen und sich entsprechend bei seiner Krankenkasse informieren, ob diese eventuell einen Beitrag zu einem Kuraufenthalt leistet. Immer mehr Krankenkassen unterstützen Ihre Kunden bei einer solchen Maßnahme, weil die Kosten letztlich durch dauerhafte Heilerfolge nach einem Toten-Meer-Aufenthalt gesenkt werden können.

Autor: Falk Conner

 

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Diagnose Neurodermitis

Bei der Diagnose von Neurodermitis spielt das Arzt-Patienten-Gespräch sowie die körperliche Untersuchung eine wichtige Rolle. Im Gespräch wird der Arzt zunächst erfragen, ob in der Familie bereits Fälle von Neurodermitis bekannt sind. Auch die Schilderung eines schubhaftens Verlaufs kann dem Arzt Aufschluss über eine mögliche Erkrankung an Neurodermitis geben. Bei der körperlichen Begutachtung untersucht der Arzt die Haut des Patienten auf mögliche Ekzeme oder trockene und schuppige Hautstellen. Wird eine allergische Ursache als Auslöser vermutet, können verschiedene Allergietests, wie der Prick-, der Epikutan- und der Intrakutantest angewandt werden. Bei der Diagnose von Neurodermitis wird meist der Epikutantest durchgeführt.

Bei Neurodermitis handelt es sich um eine atopische Erkrankung, d. h., sie geht mit einer Überempfindlichkeit des Immunsystems auf bestimmte Stoffe einher. Die genauen Gründe für die Entstehung von Neurodermitis sind bisher nicht geklärt. Man geht aber davon aus, das eine genetische Veranlagung eine Rolle spielen kann. Das Risiko an Neurodermitis zu erkranken ist somit erhöht, wenn die Erkrankung bereits in der Familie vorkommt. Auch äußere Faktoren wie die Wahl der Kleidung und Kosmetika sowie bestimmte klimatische Bedingungen können Einfluss auf die Entstehung von Neurodermitis haben. Darüber hinaus kann psychischer Stress zu einer Erkrankung an Neurodermitis beitragen.

Im Glossar werden die wichtigsten Begriffe zum Thema Neurodermitis aufgelistet und verständlich erklärt. Bei der Diagnose von Neurodermitis können Allergietests wie Prick-, Epikutan- und Intrakutantest zum Einsatz kommen. Im Zusammenhang mit der Therapie von Neurodermitis spielen Begriffe wie Kortison, Antibiotika, Antihistaminika und topische Immunmodulatoren eine Rolle. Zum besseren Verständnis der Erkrankung wird auch auf Ausdrücke wie Histamin, Lichenifikation und Säureschutzmantel eingegangen.