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Ratgeber Neurodermitis

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Neurodermitis
Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine Erkrankung, die in Schüben verläuft und nicht ansteckend ist. Bei Neurodermitis kommt es zu Hautrötungen, die jucken und sich entzünden können. Eine Behandlung der Erkrankung geht daher immer mit dem Ziel einher, den Juckreiz der Betroffenen zu lindern.

Kinder sind in der Regel besonders häufig von Neurodermitis betroffen. Bei ihnen zeigen sich erste Symptome meist als Milchschorf im Gesicht und auf der Kopfhaut. In vielen Fällen heilt die Erkrankung bei Kindern bis zum Eintritt ins Jugendalter wieder ab. Man unterscheidet zwischen der intrinsischen und der extrinsischen Form der Neurodermitis.

Diagnose Neurodermitis

Bei der Diagnose von Neurodermitis spielt das Arzt-Patienten-Gespräch sowie die körperliche Untersuchung eine wichtige Rolle. Im Gespräch wird der Arzt zunächst erfragen, ob in der Familie bereits Fälle von Neurodermitis bekannt sind. Auch die Schilderung eines schubhaftens Verlaufs kann dem Arzt Aufschluss über eine mögliche Erkrankung an Neurodermitis geben. Bei der körperlichen Begutachtung untersucht der Arzt die Haut des Patienten auf mögliche Ekzeme oder trockene und schuppige Hautstellen. Wird eine allergische Ursache als Auslöser vermutet, können verschiedene Allergietests, wie der Prick-, der Epikutan- und der Intrakutantest angewandt werden. Bei der Diagnose von Neurodermitis wird meist der Epikutantest durchgeführt.

Bei Neurodermitis handelt es sich um eine atopische Erkrankung, d. h., sie geht mit einer Überempfindlichkeit des Immunsystems auf bestimmte Stoffe einher. Die genauen Gründe für die Entstehung von Neurodermitis sind bisher nicht geklärt. Man geht aber davon aus, das eine genetische Veranlagung eine Rolle spielen kann. Das Risiko an Neurodermitis zu erkranken ist somit erhöht, wenn die Erkrankung bereits in der Familie vorkommt. Auch äußere Faktoren wie die Wahl der Kleidung und Kosmetika sowie bestimmte klimatische Bedingungen können Einfluss auf die Entstehung von Neurodermitis haben. Darüber hinaus kann psychischer Stress zu einer Erkrankung an Neurodermitis beitragen.

Therapie Neurodermitis

Da Neurodermitis bisher nicht heilbar ist, hat die Therapie von Neurodermitis das Ziel, für einer Linderung der Symptome zu sorgen. Zur Basistherapie gehört die Pflege der Haut mit verschiedenen Cremes und Salben. Ist die Haut stark entzündet, können auch Produkte mit Kortison zum Einsatz kommen. Gegen den Juckreiz können feuchte Umschläge mit Gerbstoffen helfen. Da Neurodermitis häufig von äußeren Einflüssen mitbestimmt wird, kann es hilfreich sein, diese Stoffe zu meiden. Dazu gehören unter anderen bestimmte Wasch- und Reinigungsmittel oder Kleidungsstücke aus Schurwolle. In einem fortgeschrittenem Stadium können auch Medikamente zum Einsatz kommen.

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, an der laut Angaben des Robert Koch-Instituts rund 3 % aller 18- bis 80-Jährigen in Deutschland leiden. Babys, Klein- und Schulkinder sind meist häufiger von Neurodermitis betroffen. Eine im Rahmen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys bundesweit durchgeführte Untersuchung an rund 18.000 Kindern und Jugendlichen lieferte das Ergebnis, dass ca. 13 % der unter 18-Jährigen an Neurodermitis leiden.

Die Bezeichnung Neurodermitis geht auf das 19. Jahrhundert zurück. Damals nahmen Mediziner an, es handele sich um Ekzeme, die durch eine Nervenentzündung hervorgerufen werden. Obwohl dies inzwischen widerlegt wurde, blieb der Name erhalten. Medizinisch korrekt wird die Erkrankung heute als atopische Dermatitis oder als atopisches bzw. endogenes Ekzem bezeichnet.

Neurodermitis ist eine nicht ansteckende Krankheit. Sie verläuft in Schüben, d. h., nach einem unterschiedlich langen erscheinungsfreien Zeitraum kommt es zum erneuten Ausbruch der Erkrankung. In einer akuten Phase bilden sich in der Regel juckende, entzündete Hautrötungen, die später zu nässen beginnen und verschorfen können. Besonders schlimm ist für Neurodermitiker meist der ständige starke Juckreiz, der durch die entzündete Haut entsteht. Kratzen führt jedoch nicht zu einer Linderung, sondern irritiert die empfindliche Haut nur noch mehr, was dann wiederum den Juckreiz verstärkt. Ein Teufelskreis, der Neurodermitiker insbesondere nachts häufig nicht zur Ruhe kommen lässt.

Durch das Kratzen wird die Haut beschädigt und Bakterien können leichter eindringen. Der Juckreiz wird weiter verstärkt. Die Behandlung des Juckreizes ist somit ein wichtiger Aspekt in der Therapie von Neurodermitis.

Neurodermitis bei Kindern

Bei Kindern zeigt sich eine Neurodermitis in der Regel zuerst in Form von sog. Milchschorf im Gesicht, auf der Kopfhaut oder an den Außenseiten von Armen und Beinen. Hinzu können sog. Beugeekzeme kommen. Diese bilden sich z. B. in den Falten der Kniekehlen oder der Ellenbogen. Die Haut ist an diesen Stellen gerötet und es kann zu einer Schuppen- und Krustenbildung kommen. Diese Ekzeme gehen meist mit Juckreiz einher. Bei vielen Kindern entwickelt sich die Neurodermitis bis zum Jugendalter vollständig zurück. Kinder mit Neurodermitis oder einer ausgeheilten Neurodermitis haben ein erhöhtes Risiko für allergische Erkrankungen.

Formen von Neurodermitis

Man unterscheidet zwischen der intrinsischen und der extrinsischen Neurodermitis. Bei der intrinsischen Form der Neurodermitis sind die Werte der IgE-Antikörper im Blut im Normalbereich und es tritt keine zusätzliche allergische Reaktion der Atemwege auf. Sie ist häufig eine Vorstufe der extrinsischen Neurodermitis, bei der eine größere Zahl von IgE-Antikörpern im Blut zu finden ist, wodurch sich Asthma oder Heuschnupfen entwickeln können.

Antje Habekuß

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